Dürfen Christen rauchen? – Nicht mehr Rauchen?

Galt das Rauchen vor einigen Jahren noch als lässig und war in allen Schichten salonfähig, so versuchen heute viele langjährige Raucher sich den Glimmstängel abzugewöhnen.  Besonders gläubige Christen, die dem Nikotin verfallen sind, fragen sich, wie das Christentum eigentlich zum Rauchen steht? Enthält die Bibel Hinweise auf den Konsum von Tabak? Darf man als Christ rauchen und wie kann ich tun wenn ich nicht mehr rauchen will?

Bibel Nicht mehr rauchen
In der Bibel findet man keine direkten Verbote bezüglich des Rauchens

In der Bibel findet man keinerlei genaue Vorschriften die sich mit dem Rauchen befassen. Grundsätzlich lässt sich also sagen, das Christentum verbietet es den Gläubigen nicht, dass diese zur Zigarette greifen. Dennoch gebietet uns die Heilige Schrift, dass wir unseren Körper als einen Tempel für den Schöpfer ansehen sollen und diesen deshalb hegen und pflegen müssen.

Einige Christen legen diese Aussage hinsichtlich der Erkrankungen, die durch den Konsum von Tabak begünstigt werden, so aus, dass sie nicht rauchen dürfen. Auch im ersten Brief der Korinther, im Absatz 6, Vers 12 steht geschrieben, dass dem Christen alles erlaubt sei, dennoch sei nicht alles gut. Christen sollen sich durch nichts beherrschen lassen, außer ihrem Schöpfer.

Tabak Konsum verboten
Einige Christen legen Bibelstellen so aus, dass das Rauchen verboten ist

Eine Nikotinabhängigkeit beherrscht jedoch unseren Körper und Geist so sehr, dass wir die Zigarette oft über alles andere stellen.  In den 50ern und 60er Jahren war das Rauchen noch gesellschaftsfähig. Nicht nur ein Großteil der britischen Königsfamilie, auch hochrangige Politiker und selbst Geistliche genossen hin und wieder eine Zigarette.

Erst Jahre später wurde den Menschen bewusst, wie schädlich das Rauchen auf unsere Gesundheit sein kann.  Heute ist der Griff zur Zigarette mehr und mehr verpönt. Man möchte sich selbst und auch seinen Mitmenschen keinen Schaden mehr zufügen.  Auch viele Christen, die sich selbst die Sünde des Rauchens noch vor Jahrzehnten erlaubten, greifen immer seltener zum giftigen Nikotin.

Gibt es Verbindungen zwischen dem Christentum und Rauchen?

Alkohol und Nikotinkonsum
Da der Konsum von Alkohol gestattet ist, setzen einige diesen mit dem Nikotinkonsum gleich

In der Bibel wird der Konsum von Tabak oder anderen Rauchwaren nie erwähnt. Tatsächlich waren aber in früheren Jahren auch Geistliche als Sünder des Rauchens betroffen. Immerhin gilt der Konsum von Alkohol, der häufig auf einer Stufe mit dem Konsum von Nikotin in Verbindung gebracht wird, ebenso gestattet und sogar gefördert.

Selbst im vatikanischen Supermarkt wurde der Absatz von Zigaretten und anderen Rauchwaren wie Zigarren oder Zigarillos gestattet. Papst Franziskus aber nahm sich die neusten Erkenntnisse der Weltgesundheitsorganisation zum Thema Rauchen zu Herzen und verbat zum Anfang des Jahres 2018 den Verkauf von sämtlichen Rauchwaren auf Territorien des Vatikans.

Welche Bedeutung hat Rauch im christlichen Glauben?

Der Konsum von Tabakwaren kommt nicht explizit in der Bibel vor und ist im Christentum kein spezielles Thema. Dem Rauch an sich wird aber eine große Bedeutung zugemessen. So soll der Rauch einer Opfergabe dazu dienen, das Oben und Unten, also Gläubige und der Herr, der über allem steht, miteinander zu verbinden.

Der Weihrauch
Weihrauch

Auch heute noch ist Rauch ein großer Bestandteil einer christlichen Messe. Bei der Inzens, aus dem lateinischen von incendere, zu Deutsch: „verbrennen“ werden Gegenstände, aber auch Personen mit Weihrauch geehrt. Hierzu trägt ein Thuriferar das mit Weihrauch und glühender Kohle befüllte Rauchfass und schwenkt es hin und her, sodass Rauch entsteht. Dieser soll die Verehrung der Gläubigen darstellen und bekräftigen.

Ebenso wird Rauch dazu verwendet, den Gläubigen mitzuteilen, ob ein neuer Papst gewählt wurde, oder eben nicht. Steht eine Papstwahl bevor, schaut die ganze Welt nach Rom. Steigt schwarzer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle, so wurde kein neuer Papst gewählt, erst bei aufsteigendem weißem Rauch ist ein neuer Papst Oberhaupt der katholischen Kirche.

Geschichtliches zum Rauchen mit christlichem Hintergrund

Die Heilige Schrift erwähnt nicht, dass Priester, Propheten oder Gläubige der vermeintlichen Sünde des Rauchens nachgegangen seien. Jedoch kann man davon ausgehen, dass auch gläubige Christen dem immer beliebter werdenden Konsum von Tabakwaren nicht widerstehen konnten. Historiker nehmen heute an, dass sich der Konsum von Rauchwaren, der erstmalig in den Vereinigten Staaten von Amerika aufkam, vermutlich aus dem christlichen Glauben entstanden ist.

Rauchgaben, die ein fester Bestandteil von Opfermessen waren, initiierten somit den Konsum von Rauchwaren, so belegen es Wissenschaftler. Bereits im 15. Jahrhundert brachten Wegbegleiter Christopher Columbus`Rauchwaren noch Europa. Rauchen wurde zunächst im südlichen Teil Europas immer beliebter, bevor es zu uns kam.

Im 17. Jahrhundert schon, galt das Rauchen als ein Zeichen von Klasse und Herkunft. Wer etwas auf sich hielt, der zündete sich gerne mal eine Pfeife, weniger gut Betuchte Europäer eine Zigarette an. Besonders in Adelskreisen wurde viel geraucht. Auch Geistliche und gläubige Menschen konnten sich dieser salonfähig gewordenen Gewohnheit nicht entbehren.

Mitte der 1950er Jahre gab es kaum eine Veranstaltung, bei der man nicht geraucht, getrunken und gelacht habe. Erst seit Mitte der 90er Jahre wollen die Menschen nicht mehr rauchen. Man hat die gesundheitsschädigenden Folgen erkannt und versucht nun, nicht mehr zu rauchen.

Wenn Sie als Christ nicht mehr rauchen möchten

Füge Dir und deinen Mitmenschen keinen Schaden zu, so heißt es in der Bibel. Tatsächlich verstehen Menschen manche Worte aus der heiligen Schrift als ersten Schritt gegen das Rauchen. Aber was tun, wenn es so schwerfällt, mit dem Rauchen aufzuhören?

Ziehen Sie Kraft aus dem Glauben

Menschen, die sich zu einem tiefen Glauben bekennen berichten, dass es Ihnen mit der Hilfe von Gott nicht schwerfällt nicht mehr zu rauchen. Sie besinnen sich auf die Worte Gottes und schöpfen Kraft für Ihren Weg.

Nutzen Sie Hilfsmittel

Nicht mehr Rauchen mit Kaugummi
Kaugummis können helfen, um nicht mehr zu rauchen

Der körperliche Entzug von Tabakwaren kann einige Nebenwirkungen mit sich bringen. Tatsächlich berichten Raucher, die oft gedanklich den Entzug von Nikotin geschafft haben, dass sich der Körper nach Rauchwaren verzehrt. Wird das Gehirn beim Rauchen mit dem Nervengift Nikotin geflutet, so ist es kaum verwunderlich, dass besonders der körperliche Entzug so schwer fällt.

Nutzen Sie, um gesundheitliche Nebenwirkungen zu verringern, Nikotinpflaster oder Kaugummis, die helfen können, die Entzugserscheinungen des Tabakskonsums zu verringern.

Behalten Sie Nervenstärke

Sie müssen es wollen. Wer nicht den Willen besitzt, kann es kaum schaffen, mit dem Rauchen aufzuhören. Sagen Sie sich selbst immer wieder vor: „Ich möchte nicht mehr rauchen“. Behalten Sie dieses Mantra in schwierigen Situationen vor.

Es gibt mittlerweile Magnete, die die körpereigenen Reflexzonen aktivieren, und somit Willensstärke und Durchsetzungsvermögen bekräftigen. Nutzen Sie diese Möglichkeiten, wenn Sie nicht mehr rauchen wollen.
Tun Sie sich und Ihren Mitmenschen etwas Gutes und verzichten Sie in Zukunft auf das Rauchen.