Kaffee nach der Kirche (Die Versammlungstradition nach dem Gottesdienst)

Was soll Kaffee mit der Gottesdienstfeier zu tun haben? Das Getränk, das seit dem 17. Jahrhundert in Europa und auch Deutschland immer größere Beliebtheit erfuhr, und so auch das Bier als „Hauptnahrungsmittel“ neben dem Brot ablöste.
Dieser Frage wird im Folgenden genauer beleuchtet und hiterfragt.

Kirchen Kaffee

Organisation und Umsetzung des „Kaffees nach der Kirche“:

In einigen Gemeinden in ganz Deutschland verteilt, wird nach dem Gottesdienst ein gemütliches Zusammensein bei Kaffee angeboten.
Ja nach Gemeinde kann dies ganz unterschiedlich ausfallen.

So kann es zu dem traditionellen Kaffee auch Alternativen für Kinder wie zum Beispiel Kakao geben, oder zusätzlich Plätzchen und Kekse angeboten werden. Sowohl Kaffee aus der Kaffeemaschine als auch Kakao werden in der Regel aus dem Eine-Welt-Laden angeboten, sodass es sich dabei um fair gehandelte Produkte handelt und keine Arbeiter unter harten Arbeitsbedingungen und unfairem Lohn leiden müssen.

Außerdem kann es variieren, ob das Beisammen sein, an Stehtischen vor der Kirche oder je nach Temperatur in einem Pfarr-Saal, also einem größeren Versammlungsraum der Kirche stattfindet. Auch finden derartige Veranstaltungen des öfteren in Cafes statt, in denen oftmals eine professionelle gastro Kaffeemaschine vorzufinden ist.
Des weiteren wird die Aktion „Kaffee nach der Kirche“ in unterschiedlichem Rhythmus und Häufigkeit in verschiedenen Gemeinden angeboten. Während es mancher Orts wöchentlich, oder alle zwei Wochen stattfindet, kann es in anderen Gemeinden lediglich als besonderes Highlight angeboten werden, sodass es nur seltene Male, zum Beispiel 4-6 Mal im Jahr angeboten wird.

Versammlungsraum
Der Vesammlungsort kann draußen vor der Kirche stattfinden oder je nach Wetter auch in einem kleinen Versammlungsraum

Die Finanzierung dieses Projekts kann auch ganz unterschiedlich organisiert werden. So besteht die Möglichkeit, dass Sponsoren dies mit einem gewissen Geldbetrag unterstützen, oder aber auch, dass die Gemeinde die aus ihren eigenen zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln bezahlt. In diesem Falle würden die Gottesdienstbesucher auf ein Tässchen eingeladen.

Da allerdings oft Sponsoren fehlen und die Kirchenverwaltungen nicht über eine allzu großes Budget verfügen, wird der Kaffee entweder zu einem festen Preis, der meist nur Ausgaben deckend berechnet ist, kaufen können, oder aber auf Spendenbasis angeboten. Bei letzterem besteht der Vorteil, dass individuell nach finanzieller Lage entschieden werden kann, wie viel man für einen Kaffee zahlen kann und möchte. Dadurch kommt meist mehr Geld für die Kirche zusammen. Welche Kaffeemaschine dabei verwendet wird, spielt hierbei keine Rolle

Gründe und Vorteile:

Diese Aktion ist bei Kirchenvertretern und Gottesdienstbesuchern gleichermaßen beliebt und erfährt deshalb viel Zustimmung.
Die Gründe und Vorteile, dies zu organisieren und anzubieten sind vielseitig.

Gemütlich dem Alltagsstress entkommen:

Ein banal erscheinender Grund liegt darin, dass der Alltag der meisten Menschen recht stressig und durchgetaktet abläuft, sodass von einem zu anderen Termin gerannt wird und meist irgendwie die Balance zwischen Arbeitswelt und Familie gefunden werden muss. Genau dieser Stress soll bei einem Gottesdienstbesuch aber nicht anfallen. Deshalb soll dieses Angebot des Kaffee-Trinkens die Gottesdienstbesucher dazu motivieren, nicht direkt nach der Kirche wieder nach Hause zu eilen, sondern ihnen eine gemütliche Auszeit ermöglichen und so zu sich und zu Gott zu finden. Wer beim Kaffee trinken nichts verpassen will, der sollte auf jedenfall  auf eine manuelle Kaffeemaschine setzen

Austausch nach dem Gottesdienst:

Und genau dieses zu sich und zu Gott finden ist bereits das nächste Argument. Denn im Gottesdienst werden viele Denkanstöße und Impulse durch Lieder, Gebete oder vorgetragene Bibelstellen gegeben. Es reicht allerdings nicht aus, diese nur zu hören, sondern sie müssen auch verstanden und verinnerlicht werden. Und dies ist am einfachsten im Gespräch möglich. Beim Kaffee nach der Kirche soll also unter anderem auch eine Möglichkeit der Austauschs und gerne auch der Diskussion über das im Gottesdienst gehörte geboten werden. Denn nur so kann es mit den Ohren, dem Verstand und dem Herzen aufgenommen werden.

Gemeinschaft:

Gemeinschaft
Jeder ist herzlichst willkommen

Das besondere bei diesem Angebot ist, dass alle Gemeindemitglieder egal welcher sozialen und ethnischen Schicht zusammenkommen können und ins Gespräch kommen können. Dabei ist es egal, ob alter Rentner, verzweifelter Hartz4-Empfänger, 5-fache Familienmutter oder gestresst und abgehoben scheinender Manager. Denn hier können alle zusammen kommen. Dadurch wird auch symbolisiert, dass alle Menschen als Geschöpf Gottes doch gleich sind, auch wenn sie sich in unterschiedlichen Lebenslagen befinden und eine Gemeinschaft bilden, in der man zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen sollte.

Kennenlernen neuer Leute:

Bei diesem Zusammenkommen können auch neue Gemeindemitglieder in einem ungezwungenen, angenehmen Rahmen kennengelernt werden. Dadurch können sich auch echte Freundschaften entwickeln, die über das kirchliche Gemeinde-Leben hinaus bestehen. Auch Kindern fällt es beim gemeinsamen, ausgelassenen Spielen leicht, neue Kontakte zu knüpfen und so neue Spielkameraden kennen zu lernen.

Verwurzlung mit der Kirche und Gemeinde:

Ein letzter Vorteil, der durch den Angebotenen Kaffee entsteht, ist dass man sich mit der Kirche und der Gemeinde enger verwurzelt fühlt und in einer gewissenweise auch eine Fürsorgepflicht verspürt. Denn durch das Zusammensein wird die Kirche zu einer Familie, in die man sich auch nach seinen Fähigkeiten einbringen kann. Im Gespräch erfährt man meist erst, an welchen Stellen Unterstützung notwendig wäre, oder welche Posten und Aufgaben noch besetzt werden müssten. Dadurch wird die Kirche um einiges lebendiger.

Alternative, ähnliche Aktionen nach der Kirche:

Neben diesem hier vorgestellten Projekt, gibt es noch weitere Aktionen, die die gleichen Zwecke und Ziele des Zusammenkommen verfolgen.
So wird oft auch ein gemeinsames Mittagessen nach der Kirche angeboten. Meist findet dies an Festtagen, wie Erntedank, oder dem Weihetag der Kirche statt.
An Ostern wird oft auch ein gemütliches Frühstück organisiert, welches nach der Ostermesse stattfindet und zu dem jeder gerne etwas Leckeres besteuern kann. Oft gibt es dazu leckeren Kaffee aus der Filterkaffeemaschine.
Eine andere etwas größere Alternative ist ein jährliches Kirch-, bzw. Gemeinde-Fest, bei dem alle eingeladen sind, nach dem Gottesdienst den ganzen Tag an der Kirche zu verbringen und dabei die verschiedensten spielerischen, kulinarischen oder musikalischen Angebote zu genießen. Auch dies ist immer ein großer Spaß für die ganze Familie, egal ob für Alt oder Jung.