Religiöse Feiern – der Gottesdienst

Was bedeutet Gottesdienst?

Beim Gottesdienst kommen Menschen zusammen, um gemeinsam mit Gott in Verbindung zu treten. Das kann in einer Kirche, einem Tempel, einer Synagoge, einer Moschee aber auch in jeden anderen für diesen Zweck geeigneten Räumen, aber auch in freier Natur geschehen. Oft folgt der Gottesdienst ganz bestimmten Ritualen, die zum Teil uralten Überlieferungen folgen.

Andere Rituale wie zum Beispiel die Liturgie oder Agende sind von den geistlichen Führern der entsprechenden Religionen vorgegeben. Zum Gottesdienst gehört je nach Religion zum Beispiel auch die Predigt, das Glaubensbekenntnis, das Spenden des Segens, die Erteilung der Sakramente wie Buße, Taufe, Firmung, Konfirmation, Eheschließung und Weihe von kirchlichen Würdenträgern.

Christliche Gottesdienste

Die ersten urchristlichen Zusammenkünfte werden schon in den Apostelbriefen erwähnt und im 2.Jahrhundert nach Christus gab es schon Gottesdienste mit Predigt, Fürbitte und Eucharistie-Feier. Sie wurden häufig in Häusern und oft auch im Geheimen abgehalten. Ab spätestens dem dritten Jahrhundert gab es erwiesenermaßen aber auch schon Kirchen.

Welche Formen christlicher Gottesdienste gibt es?

Die Formen christlicher Gottesdienste richten sich nach der jeweiligen Konfession. So gibt es zum Beispiel in der römisch katholischen Kirche die Heilige Messe, die Feiern der Taufe, Firmung und Eheschließung sowie der Weihe kirchlicher Würdenträger, das Stundengebet, die Andacht und die Prozession, um nur die wichtigsten zu nennen.

In der lutherischen und reformierten Kirchen werden vor allem Predigt-Gottesdienste, Abendmahl-Gottesdienste, Familiengottesdienste, Passionsgottesdienste, Advents-und Weihnachtsgottesdienste abgehalten. Bei den Freikirchen spielt die Liturgie bei Gottesdiensten häufig keine große Rolle. Vielmehr werden die sie häufig in Form von reinen Gebets- und Gesangsversammlungen abgehalten.

Oft werden auch biblische Texte vorgetragen oder Gemeindemitglieder geben öffentlich Zeugnis über ihren Glauben und damit verbundene Erlebnisse ab.

Wie ist der Ablauf eines Gottesdienstes?

Der Ablauf bzw. die Liturgie eines Gottesdienstes ist recht unterschiedlich, weil die einzelnen Glaubensrichtungen unterschiedliche Akzente setzen. Außerdem sind Gottesdienste zum Beispiel mit Abendmahl, Tauffeier oder Eheschließung natürlich anders gestaltet, als der Oster-oder Weihnachtsgottesdienst oder die Andacht.

Aber wenn es auch große Unterschiede zwischen einer katholischen Heiligen Messe und einem evangelischen Sonntagsgottesdienst gibt, lassen sich doch einige Gemeinsamkeiten hinsichtlich des Verlaufes benennen. Anhand eines evangelischen Gottesdienstes soll der Verlauf beispielhaft dargestellt werden: Jeder Gottesdienst beginnt mit einem stillen Verweilen, weil die Gläubigen zu sich selbst kommen und oft hektischen Alltag loslassen sollen.

Dann folgt das Läuten der Glocken. Es zeigt an, dass der Gottesdienst ein besonderes Erlebnis darstellt, zu dem Gott die Menschen ruft. Auf das Geläut folgt das gemeinsame Eingangslied. Es beschwört die Einheit der Gemeinde. Ihm folgt das Votum, die Begrüßung der Gemeinde durch den Leiter/die Leiterin des Gottesdienstes.

Der Introitus, das Psalm Gebet ist schon seit der Frühzeit der Christenheit ein wichtiger Teil der Gottesdienste. Er wird oft als Wechselgesang gesungen, aber heute oft auch gesprochen. Ihm folgt das Kyrie und Gloria, Der Huldigungsruf weist darauf hin, in wessen Namen und zu wessen Ehren sich die Gemeinde versammelt hat.

Als nächstes kommen die Verkündigungen und das Bekenntnis. Die darauf folgende Predigtkann sich an Bibeltexten orientieren aber auch frei zu aktuellen Themen gehalten werden. Danach wird die das Große Lob Gebet, die Präfation gesprochen, anschließend das Sanctus und danach spricht die gesamte Gemeinde das „Vater unser“. Es folgen die Abkündigungen und nach der Segnung der Gläubigen endet der Gottesdienst.